Auf meiner eigenen Website standen weit oben zwei Buttons, die beide zum Kontakt führten. Einer in der Navigation, einer direkt darunter. Technisch war daran nichts kaputt. Beim Überarbeiten fiel aber auf: Wer erst sehen wollte, was ich überhaupt gestalte, bekam zweimal dieselbe Aufforderung. Der auffälligste nächste Schritt war also eine Anfrage, noch bevor die Arbeiten für sich sprechen konnten.
So etwas passiert leicht, wenn man seine eigene Seite baut. Man kennt das Angebot schon und möchte endlich zur Anfrage kommen. Der Besucher ist noch nicht so weit. Vielleicht hat er gerade erst den Namen Ihres Betriebs gehört und will prüfen, ob Sie für sein Vorhaben infrage kommen. Ein zweiter Kontaktbutton beantwortet ihm diese Frage nicht.
Was braucht jemand, der Sie noch nicht kennt?
Nehmen wir eine Schreinerei, die vor allem Einbauschränke fertigt. Auf dem ersten Bildschirm würde ich einen eingebauten Schrank zeigen, dazu einen Satz über die Arbeit und das Einzugsgebiet. Wer aus der Nähe kommt und eine schwierige Dachschräge hat, kann damit etwas anfangen. Ein großes „Willkommen bei uns“ hilft an dieser Stelle wenig.
Danach wären weitere Arbeiten interessant. Wie löst die Schreinerei wenig Platz? Welche Materialien verwendet sie? Mit solchen Beispielen lässt sich eher beurteilen, ob eine Anfrage passt. Die Unternehmensgeschichte kann später kommen, auch wenn Sie verständlicherweise stolz darauf sind.
Für ein Restaurant würde ich anders entscheiden. Wer heute Abend einen Tisch sucht, braucht keine Führung durch die gesamte Website. Speisekarte und Reservierung dürfen dort sofort erreichbar sein. Die richtige Reihenfolge hängt davon ab, weshalb jemand auf die Seite kommt.
Weiter unten heißt nicht unwichtig
An dieser Stelle wird das Aussortieren unangenehm. Die neue Maschine war teuer. Und die Sonderanfertigungen sollen natürlich auch vorkommen. Jeder einzelne Inhalt hat einen guten Grund. Trotzdem können nicht alle den ersten Platz bekommen.
Ich würde bei jedem Abschnitt fragen: Was kann der Besucher danach besser entscheiden? Ein Foto der Maschine kann erklären, welche Werkstücke Sie bearbeiten können. Dann gehört es zu dieser Leistung. Steht daneben nur die Modellnummer, ist es für einen Kollegen interessant, für einen privaten Auftraggeber vielleicht weniger.
Das Foto muss deshalb nicht weg. Es braucht einen Zusammenhang, der dem Leser etwas bringt.
Manches sollte gerade nicht verschwinden
Eine aufgeräumte Seite darf keine wichtigen Fragen offenlassen. Wenn Sie nur in einem bestimmten Umkreis arbeiten, schreiben Sie das hin. Bei einem Preis gehören die entscheidenden Bedingungen in die Nähe. Ein monatlicher Betrag wird nicht unwichtig, bloß weil er unter einer großen Preiszahl unruhig aussieht.
Auch ein langer Text kann genau richtig sein. Wer ein Bad umbauen lässt, möchte womöglich wissen, wie es während der Arbeiten mit Wasser und Staub aussieht. Die Antwort braucht mehr Platz als ein schicker Satz. Ich würde diesen Platz geben und dafür die austauschbare Behauptung streichen, dass der Kunde im Mittelpunkt steht.
Schauen Sie einmal nur auf den ersten Bildschirm
Öffnen Sie Ihre Seite am Handy, ohne zu scrollen. Lesen Sie die sichtbaren Texte laut. Wenn Ihr Firmenname nicht dabei wäre: Könnten diese Sätze auch auf der Seite eines völlig anderen Betriebs stehen? Dann fehlt wahrscheinlich eine konkrete Auskunft, kein weiteres Adjektiv.
Schauen Sie dann auf den auffälligsten Button. Was erwartet jemanden nach dem Tippen? „Mehr erfahren“ lässt das offen. „Einbauschränke ansehen“ sagt schon vorher, wohin es geht. Und wer Ihre Arbeiten erst einmal anschauen möchte, muss dafür noch kein Gespräch vereinbaren.
Am aufschlussreichsten wird es mit jemandem, der Ihre Seite noch nie gesehen hat. Geben Sie ihm das Handy und eine konkrete Aufgabe: „Sie suchen einen Schrank für eine Dachschräge. Würden Sie hier anfragen?“ Dann lassen Sie ihn suchen. Auch wenn Sie genau wissen, wo er tippen müsste.